Mit Widerstand war in einer jahrzehntelang autoritär beherrschten Gemeinde Beuron zu rechnen. Der Preis, der für Presse- und Meinungsfreiheit hier gefordert wird, ist jedoch nicht mehr tragbar.
Eine Clique des 2. Bürgermeisters verleumdete und grenzte bereits im Jahr 2024 aus. Das erschwerte die journalistische Arbeit. Der aggressive Auftritt des Herrn Wolf in der Gemeinderatssitzung vom 11. Dezember 2025 brachte das Fass zum Überlaufen.
Obwohl es im Vorfeld „nur“ um Beschwerden von Bürgern über das unfertige Blockheizkraftwerk in Hausen i.T. ging, ist der Vertrauensverlust groß. BeuronBerlin wird zukünftig keine öffentlichen Fragen mehr in den Bürgerfrageviertelstunden des Gemeinderates stellen.
Ein Gemeinderat hatte angedeutet, dass diese Fragemöglichkeit sowieso wegen BeuronBerlin abgeschafft werden sollte.
Transparenz unerwünscht
In Beuron ist die Bürgerfrageviertelstunde die einzige Möglichkeit für Bürger, Fragen an die Verwaltung zu stellen. Sprechstunden bietet weder Herr Wolf noch ein anderer in dem Gremium an.
Die einflussreichen Gemeinderäte reden nur mit Freunden und Verwandten über Gemeindeangelegenheiten. Schriftliche Anfragen an das Rathaus werden selten beantwortet.

Illustration: OpenClipart-Vectors/Pixabay
Es ist unklar, was Herr Wolf überhaupt in Beuron vor hat. Vieles wird in nicht-öffentlicher Sitzung besprochen. Warum die Transparenz gescheut wird, erschließt sich nicht.
Allerdings fällt auf, dass einige in den letzten Jahren private Bauvorhaben umgesetzt haben, die von öffentlichen Förderprogrammen profitierten.
Der Gemeinderat hat es nicht einmal fertiggebracht, nach dem frühen Tod eines wichtigen Nachbarschaftshelfers einen Nachfolger zu finden.
Überhaupt sind Verbesserungen der Infrastruktur der Gemeinde kein Thema. Das touristische Potential will man nicht gar nicht erst diskutieren.
Merkwürdige Prioritäten
Die einzige von allen in der Gemeinde gelesene Publikation ist das Amtsblatt. Dort werden die Protokolle der Gemeinderatssitzungen veröffentlicht.
In den letzten zwei Jahren wurde außer von Routineangelegenheiten („Straßenlaterne ausgefallen“) über nichts von Belang berichtet.
Die Bekanntgabe eines neuen politischen Stammtischs im Amtsblatt wurde als „Privatangelegenheit“ verboten.
Es ist nicht so, dass Geld fehlt. Ein Blick in die Finanzplanung von Beuron zeigt, dass große Summen ohne öffentliche Diskussion für Projekte ausgegeben werden, die der Gemeinde nichts oder nur wenig bringen.
Bei der Feuerwehr wird dagegen gespart. Der Feuerwehrkommandant hat nicht einmal ein geländegängiges Fahrzeug zur Verfügung. Angesichts des schwierigen Geländes ein echter Mangel.
Offener Brief an Herrn Wolf
Mit seinem Auftritt am 11. Dezember hat Herr Wolf gezeigt, dass ihm nicht zu trauen ist.
Noch am Abend vorher hatte BeuronBerlin in einem sachlichen Telefonat mit ihm über das Problem des unfertigen Blockheizkraftwerkes gesprochen. Konkret ging es darum, ihn über den Pressetermin mit dem Landratsamt Sigmaringen zu informieren.
Es wurde vereinbart, am nächsten Tag vor der Gemeinderatssitzung darüber nochmal zu reden.
Stattdessen gab es nach einer Frage, die mit dem Thema nichts zu tun hatte, einen Rundumschlag gegen die Lokalpresse.
Quelle: BeuronBerlin
Vor der letzten Gemeinderatssitzung standen zwei große Fahrzeuge vor dem Rathaus. Gehörten sie den Geschäftspartnern des Herrn Wolf, die mit ihm für den unfertigen Industriebau verantwortlich sind?
Er hat eine schriftliche Anfrage dazu nicht beantwortet.
Humor hilft
Es ist nicht so, dass die Lokalpresse ohne jede Wirkung geblieben ist.
Ein Beispiel ist die erzwungene Offenlegung des geheimen Vertrags über den teuren Kauf von Ackerland für ein unnötiges Neubaugebiet im Ortsteil Beuron.
Wenn man auswärtige Gesprächspartner darüber informiert, dass Beuron einen der höchsten Leerstände an Wohnraum in Deutschland hat, gibt es regelmäßig Gelächter und die Frage: Wer macht denn so etwas?
Es gibt auch andere Anlässe zum Schmunzeln. Da schweigt dann aber des Sängers Höflichkeit.
Überhaupt sollte man die Vorgänge im Oberen Donautal nicht allzu ernst nehmen. Die allgemeine Weltlage und die politischen Entwicklungen in Deutschland verbieten das.
Versuchen wir also, wieder zu einem normalen Umgang zu kommen. Am Ende ist das hier nur ein Sturm im Wasserglas.

