Dies ist der letzte Beitrag von BeuronBerlin. Der Blog aus der Fallhütte stellt ab heute sein Erscheinen ein.
Für mich ist das eine schwierige Entscheidung. Aber nach dem Treffen gestern Abend im Rathaus, zu dem mich zwei einflussreiche Beuroner Amtspersonen geladen hatten, muss ich an meine Gesundheit und an meine Familie denken.
Ernsthafte Besorgnis
Die beiden Freunde im Amt informierten mich darüber, dass sich der psychologische Experte Daniel B. ernsthafte Sorgen um meinen Geisteszustand mache.
Er habe deutliche Zeichen einer narzistischen Störung bei mir ausgemacht. Das habe er auch mit anderen Experten in der Gemeinde besprochen.
Als einen ersten Schritt zur gesundheitlichen Besserung riet er, ich solle zukünftig Abstand zu anderen halten. Sonst könne man für nichts garantieren.
Dankbarkeit
Ich bin den beiden, die in ihrer Bescheidenheit ihre Fotos nicht in einer Zeitung sehen möchten, dankbar, dass sie mich auf die Diagnose eines besorgten Mitbürgers aufmerksam gemacht haben.
Zulange habe ich die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Ja, in meiner Rolle als Journalist schade ich nur mir selbst.
Besonders traurig: BeuronBerlin stand einer engen Freundschaft mit ihnen, den beiden Amtspersonen, im Weg. Wäre ich gar, frei nach Schillers Ballade, der Dritte in ihrem Bunde geworden?
Um mir die Entscheidung zur Einstellung des Blogs leichter zu machen, werde ich zu meinem Besten aus der WhatsApp-Gruppe der Neidinger Dorfgemeinschaft entfernt.
Der stellvertretende Bürgermeister sicherte zu, dass er die notwendigen Schritte veranlassen werde. Vielen Dank dafür.
Der „unmögliche“ Blog
Ich muss eingestehen, dass journalistischer Übereifer von mir Besitz ergriffen hatte. In dem Drang, Dinge aufzudecken, wo es nichts aufzudecken gibt, habe ich unnötige Unbequemlichkeiten verursacht.
Die Veröffentlichung des geplanten Verkaufs eines gemeindlichen Neubaugebiets an einen Spekulanten letztes Jahr war so etwas. Hätte ich doch nichts geschrieben. Dann wäre diese Sache klammheimlich verschwunden.
Gleiches gilt für die unsinnige Recherche zu dem überhöhten Kaufpreis für einen Acker. Einen normalen Menschen geht das nichts an.
Zuletzt habe ich auch noch eine Baumaßnahme bei dem Blockheizkraftwerk veranlasst. Völlig überflüssig.
Und so weiter.
Ihr nachdenklicher Berichterstatter
Nach dem Gespräch mit den beiden freundlichen Amtspersonen gestern bleibt mir nichts anderes übrig als den Schlussstrich zu ziehen.
Bessere Zeiten
Um einen Rückfall zu vermeiden, sicherten sie beiden zu, bis auf weiteres nicht mehr mit mir zu reden.
„Das geschieht mit der einstimmigen Zustimmung des gesamten Gemeinderates“, der sich ebenfalls Sorgen um mich mache. Auch werde man die Neidinger Fallhütte nicht betreten und im Dorfladen an der Fallhütte nichts einkaufen.
Den Blog BeuronBerlin habe man ja sowieso nie gelesen, das müsse sich nicht ändern.
Meine Beschäftigung mit BeuronBerlin war eine gute Zeit. Aber ohne den Blog sehe ich mit Zuversicht einer besseren Zeit entgegen.

