Ab heute bis zum 8. Februar 2026 gibt BeuronBerlin täglich einen kurzen Überblick über die Berichterstattung in der Ukraine. Was steht auf den Titelseiten ukrainischer Zeitungen? Wie gehen die Menschen mit der Situation um?
Der Schock der ersten Kriegstage hat im Frühling 2022 in kürzester Zeit die vermutlich größte Flüchtlingswelle der Menschheitsgeschichte ausgelöst. Inzwischen ist die ukrainische Zivilbevölkerung so resilient, dass immer weniger Menschen ihr Land verlassen.
Der bisherige Tiefstand der Flüchtlingszahlen war 2025. Obwohl die Zahl der russischen Kriegsverbrechen gegen die Zivilbevölkerung zunimmt. Wie nehmen die Menschen das wahr?
Ukrainische Medien
Gedruckte Zeitungen existieren in der Ukraine praktisch nicht. BeuronBerlin liest u.a. drei online-Medien mit größerer Reichweite: den englischsprachigen Kyiv-Independent (KI), die in russisch erscheinende Ukrainskaja Prawda (UP) und das Medienprojekt Nakopila in Charkiv, das überwiegend auf Ukrainisch informiert. Ihr Berichterstatter kennt diese Publikationen seit längerem und schätzt sie als seriös ein.
Der Plan ist, täglich ein bis zwei Artikel mit internationalem Bezug zu präsentieren. Gleiches gilt für lokale Nachrichten innerhalb der Ukraine, die es selten bei uns in die Nachrichten schaffen. Und es soll jeden Tag, wenn es möglich ist, eine positive Meldung gefunden werden.
Sonntag, 1. Februar 2026
Der Redaktionsschluss ist heute etwa 15 Uhr unserer Zeit. Nach den großen Luftangriffen auf die Energie-, Wasser- und Wärmeversorgung in den letzten Januartagen ist der 1. Februar ein vergleichsweise ruhiger Tag.
Ukraine sees ‚real results‘ from blocking Russia’s Starlink use, defense minister says
Am 27. Januar 2026 Tagen haben russische Truppen einen fahrenden Zug mit drei Drohnen beschossen. Dabei handelte es sich nicht um einen militärischen Transport, sondern um einen gewöhnlichen Überlandzug mit zivilen Reisenden. Männer, Frauen und Kinder starben.
Offenbar haben russische Truppen über das Satellitennetzwerk Skylink den Zug orten und beschießen können. Der ukrainische Verteidigungsminister verhandelt seitdem mit Elon Musk, dem Eigentümer von Skylink, über die Blockade von Skylink-Hardware, die nicht in der Ukraine angemeldet sind.

Foto: Youtube
Der Zug mit den unzerstörten Waggons kam mit fünf Stunden Verspätung an seinem Zielort Charkiw an.
Россияне ударили по роддому в Запорожье, есть пострадавшие
Der „Kyiv Independent“ berichtet über einen Angriff auf eine Geburtsklinik in Saporischschja. Neun Frauen wurden am Sonntagvormittag, den 1. Februar, verletzt, während sie untersucht wurden.
Quelle: Gebietsverwaltung Saporischschja
Es ist nicht der erste Angriff auf eine Klinik in der Region, wie die Zeitung schreibt.
Россияне утром атаковали центр Херсона – женщине оторвало ногу, она в тяжелом состоянии
Im Zentrum von Cherson, in der Region Cherson, verlor eine Frau ein Teil ihres Beines durch einen Drohnenangriff. Cherson liegt etwa 500 Kilometer südlich von Kyjiw und rund 200 Kilometer westlich der Krim-Halbinsel.

Es gibt ein Youtube-Video über die Folgen eines russischen Artillerie-Beschusses auf Cherson in den letzten Tagen. Das ist ernüchternd.
Понад 13 тисяч людей евакуювали на Харківщині в 2025 році
Im letzten Jahr hat die Verwaltung von Charkiv mehr als 13.000 Flüchtlinge aus Gebieten im Raum Kupjansk evakuiert. Darunter viele Kinder und hunderte Invaliden.

Quelle: Nakopilo
Trotz der exponierten Lage, Charkiw liegt nur 30 Kilometer von der russischen Grenze entfernt, ist es den russischen Truppen bisher nicht gelungen, die Millionenstadt einzunehmen.
Стійкість українців в такому холоді вражає
Nicht ganz so kalt wie in Charkiw (bis minus 17 Grad in den nächsten Tagen) ist es in Kyiw. Dort gibt es derzeit Tanzveranstaltungen im Freien, um sich aufzuwärmen. Auch heute sind nach den beiden verheerenden nächtlichen Luftangriffen auf die zivile Infrastruktur noch zehntausende von Wohnungen ohne Strom und Heizung.
Foto: Sergei Gapon
Viele Ukrainer und Ukrainerinnen haben den Lebensmut nicht verloren.
Das ist beeindruckend.

