Das sind die politisch Verantwortlichen für das unfertige Blockheizkraftwerk in Hausen i.T. – Erst nach fünf Jahren Druck tat sich etwas

Wenn Politiker keiner öffentlichen Kontrolle unterliegen, ist die Gefahr von merkwürdigen Entscheidungen groß. Umso mehr, wenn sie davon ausgehen, dass sie keine Konsequenzen zu befürchten haben. 

Der Umgang mit dem Blockheizkraftwerk in Hausen i.T. ist ein Schildbürgerstreich, der zeigt, wie wichtig investigativer Journalismus ist. 

Hintergrund

Die Recherche zu diesem Thema begann Ende 2024, als Ihr Berichterstatter in der Bürgerfrageviertelstunde zufällig Zeuge einer Bitte an den neuen Mann im Rathaus wurde.

Er möge sich doch für die Fertigstellung des Blockheizkraftwerkes einsetzen, dem immer noch die versprochene Fassade fehle.

Das kam heraus:

Der langjährige Bürgermeisterdarsteller in der Gemeinde Beuron, Raphael Osmakovski-Miller, hatte für seinen Freund und Stellvertreter, den Landwirt Hans-Peter Wolf, den Bau eines Nahwärmenetzes inklusive eines Blockheizkraftwerkes (BHKW) in Hausen i.T. organisiert.

Daran ist im Prinzip nichts auszusetzen. 

Das Projekt hatte umfangreiche Subventionen erhalten, die die Steuerzahler bezahlten. Nutznießer der Subventionen war u.a. die Wolfhof Bioenergie GmbH, die dem Landwirt Hans-Peter Wolf gehört. Etwa 40 Haushalte im Ortsteil Hausen i.T. beziehen die Nahwärme. Sie ersparten sich den Einbau einer neuen Heizung. So weit, so gut.

Warum nicht fertiggestellt?

Die Frage lässt sich nicht einfach beantworten. Die eigentliche Realisierung des Nahwärmeprojektes erfolgte durch die in Singen ansässige solarcomplex AG.

Warum das BHKW vor fünf Jahren von der solarcomplex in Betrieb genommen werden konnte, obwohl die Fassade komplett fehlte, wissen nur die politisch Verantwortlichen Wolf, Bertsch und Osmakovski-Miller.

Foto: BeuronBerlin

Der Plan, der den Anwohnern in Hausen vorgelegt wurde, und der Grundlage für die Baufreigabe durch die Bauaufsicht war, hatte eine der Umgebung angepasste Holzfassade enthalten.

Gerade bei Industriebauten in Wohngebieten gelten nach der baden-württembergischen Landesbauordnung hohe Anforderungen an die äußere Gestaltung von Bauwerken. 

Anwohner beschwerten sich sofort nach der Inbetriebnahme im Jahr 2021. Nachweislich wendeten sie sich u.a. an das einflussreiche Gemeinderatsmitglied Bertsch.

Unklar blieb, ob er die z.T. schriftlichen Eingaben an seine Freunde Wolf und Osmakovski-Miller weiterleitete.  Jedenfalls gab Gemeinderat Bertsch den Hausener Anwohnern keine Antwort.

Die traurige Wahrheit besteht darin, dass die Verantwortlichen das Thema im Beuroner Rathaus aus finanziellen Gründen heimlich begraben wollten. Trotz der Millionen-Subventionen. Die geschädigten Anwohner waren ihnen egal. 

Lokalpolitischer Slapstick

Weder der frühere Bürgermeisterdarsteller Oskmakovski-Miller noch sein Nachfolger, der Landwirt Hans-Peter Wolf, informierten die zuständige Bauaufsicht im Landratsamt Sigmaringen über das von der solarcomplex unfertig hinterlassene BHKW . 

Allerdings sagten sie über die Jahre den Anwohnern mehrfach die Fertigstellung zu, ohne etwas zu tun.

Das war der Stand der Dinge im Dezember 2024, als das Problem in der Bürgerfrageviertelstunde wieder einmal zur Sprache kam.

Eine Anfrage von BeuronBerlin zu dem BHKW beantwortete der Landwirt Hans-Peter Wolf nicht. Daher wendete sich Ihr Berichterstatter an das Landratsamt Sigmaringen.

Die Bauaufsicht erfuhr so Anfang 2025 von der fehlenden Fassade des BHKW in Hausen. Im März 2025 sah sich der Landwirt Hans-Peter Wolf gezwungen, die Fertigstellung des BHKW bis Juli zuzusagen. Er ließ die Zusage sogar im Amtsblatt drucken.

Aber es passierte bis November 2025 nichts.

Eskalation

Zwischenzeitlich hatte BeuronBerlin von Hans-Peter Wolf gehört, dass die solarcomplex AG, in Person des Vorstands Bene Müller, für die Fassade nicht mehr bezahlen wollte.

Es offenbarte sich ein finanzieller Interessenkonflikt zwischen dem Landwirt, dem größten Nutznießer der Subventionen, und dem Vorstand der solarcomplex als dem Bauherrn. 

Im November 2025 hakte BeuronBerlin bei einem persönlichen Termin mit den Zuständigen im Landratsamt nach. Man teilte mit, dass die solarcomplex mittlerweile einen Änderungsantrag für das BHKW eingereicht habe.

Der neue Bauplan enthielt keine Fassade mehr. Das Vorgehen der solarcomplex wurde nach Einschätzung von BeuronBerlin auch vom Amt nicht goutiert. 

Denn solche Spielchen untergraben das Vertrauen in unseren Rechtsstaat.

Am Abend des 2. Dezember 2025 telefonierte Ihr Berichterstatter mit Hans-Peter Wolf und informierte ihn über das Treffen in Sigmaringen. Am Rande der Gemeinderatssitzung am nächsten Tag sollte das Gespräch fortgesetzt werden.

Dazu kam es nicht. Hans-Peter Wolf warf Ihren Berichterstatter überraschend aus der Gemeinderatssitzung. Begründung: Er habe „die Bedrohungen“ durch BeuronBerlin „satt“.

Ende gut, alles gut?

Im Januar 2026 fragte BeuronBerlin ein weiteres Mal beim dem Landratsamt Sigmaringen an, wie es mit dem BHKW weiter ginge, nachdem der Landwirt Hans-Peter Wolf bei der Gemeinderatsentscheidung über die Finanzierung der fehlenden Fassade möglicherweise persönlich befangen sei.

Die Antwort des Amtes: „Die Themensetzung sowie die organisatorische und rechtliche Abwicklung von Gemeinderatssitzungen obliegt dem Bürgermeister der Gemeinde Beuron. “ Mit anderen Worten: Die Verantwortung für den Umang mit der Befangenheit und der Fertigstellung liegt im Ort.

Und endlich bewegte sich etwas. In der letzten Märzwoche 2026 begannen die Bauarbeiten an der Fassade des BHKW.

Foto: BeuronBerlin

Der öffentliche Druck war zu groß geworden. BeuronBerlin liegen Belege vor, dass Hans-Peter Wolf die Fertigstellung des BHKW zumindest teilweise selbst bezahlt. Damit erkennt er seine persönliche Verantwortung endlich an.

Ein Treffen mit BeuronBerlin auf der Baustelle am 28. März 2026 lehnte Hans-Peter Wolf ab. Dafür waren andere Bürger anwesend, die die erfolgreiche Fertigstellung des BHKW feierten.

Fazit

BeuronBerlin kann sich über den Erfolg der Recherche nur bedingt freuen. Die in Beuron aktuell politisch Verantwortlichen lehnten alle Gesprächsangebote und Vermittlungsversuche ab. Jede Form der Zusammenarbeit zum Wohle der Gemeinde stieß auf zum Teil aggressive Ablehnung. 

Das ist schade. Denn es gibt weitere Probleme, die am besten gemeinsam gelöst werden. Dazu gehört der Umgang mit dem unnötigen Neubaugebiet in unserer Gemeinde mit Rekordleerständen, eine weitere Altlast des früheren Bürgermeisterdarstellers. 

Natürlich können gewählte Volksvertreter entscheiden, nichts zu tun als Feste zu feiern. Aber Beuron verdient mehr. Am Ende müssen Wahlen das Personal ändern. In zwei Jahren sind die nächsten Gemeinderatswahlen. 

Derzeit sitzen einige im Gemeinderat, bei denen man sich fragt, warum sie da sitzen. Über sie wird noch zu berichten sein.

Unser Landwirt hat noch sechs Jahre, um zu beweisen, dass er mehr kann als er in den ersten beiden Jahren gezeigt hat.

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