Neidingen hat das erste Zivilschutz-Team der Gemeinde Beuron – Vorbild sind die Community Emergency Response-Teams in den USA

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Pünktlich zum internationalen Tag des Katastrophenschutzes des United Nations Office for Disaster Risk Reduction (UNDRR) bekommt BeuronBerlin das erste Zivilschutz-Team der Gemeinde Beuron.

Vorbild ist das Konzept der US-amerikanischen Community Emergency Response-Teams, die in ländlichen Regionen verbreitet sind. In vielen Ländern sind solche Initiativen selbstverständlich, in Deutschland bisher kaum.

Das Neidinger Team besteht aus einer Gruppe von Freiwilligen mit verschiedenen Fähigkeiten. Sie können ihre Nachbarn bei Eintritt einer Katastrophe bis zum Eintreffen professioneller Helfer mit Rat und Tat unterstützen.

Die zentrale Anlaufstelle ist die Neidinger Fallhütte. Wer in einer Notlage Verpflegung, Wärme, Information oder eine Unterkunft benötigt, findet hier Hilfe.

Das Zivilschutz-Team kümmert sich vor allem um den Kontakt zur „Außenwelt“.

Lücke im Zivil- und Katastrophenschutz

In Deutschland setzt der Zivil- und Katastrophenschutz praktisch ausschließlich auf die großen Hilfsorganisationen (DRK, Johanniter, etc.), das THW und die Feuerwehren. 

Diese können von den lokalen Behörden angefordert werden, die im Falle des Falles einen Krisenstab bilden. Je nach Ausmaß einer „Lage“ kann der Krisenstab auch auf die Ebene der Bundesregierung angesiedelt sein.

Lokal organisierte Bürgerteams sind in dem deutschen Konzept nicht vorgesehen, obwohl Experten solche Teams empfehlen.

Daraus ergibt sich eine gefährliche zeitliche Lücke. Denn es kann dauern, bis professionelle Hilfe eintrifft.

Foto: Arnam Parnak/Pixabay

Die professionellen Helfer werden nicht überall gleichzeitig sein. Sie müssen Prioritäten setzen. Bis zu 72 Stunden, so rechnen Fachleute, können Bürger und Bürgerinnen bei Großkatastrophen gezwungen sein, sich selbst zu helfen.

Das ist schwierig, wenn nichts geplant, organisiert und geübt wurde. Alte Menschen, kranke Menschen und Kinder in der Nachbarschaft leiden in Notfällen dann besonders.

Nachbarschaftshilfe und Selbstschutz

Ein Zivilschutz-Team wie das in Neidingen füllt diese Lücke. Es organisiert Nachbarschaftshilfe und fördert die Resilienz in hoffentlich nie eintretenden Katastrophen.

Die Initiative ergänzt lokale Notfalltreffpunkte, die das Land Baden-Württemberg für pro-aktive Kommunen entwickelt hat.

In Beuron gibt es nicht einmal einen solchen kommunalen Notfalltreffpunkt.

Notfallinformationen für Neidinger Haushalte

Das Neidinger Zivilschutz-Team verteilt in der nächsten Zeit in Papierform Notfall-Informationen an interessierte Haushalte.

Zivilschutz-Information/Quelle: Harald Sondhof

BeuronBerlin bietet außerdem im Winterhalbjahr einen Informationsabend zum privaten Zivilschutz an.

Bürgermeister und Gemeinderäte sind herzlich eingeladen. Sollte an dem Abend niemand aus diesem Kreis erscheint, kann man im Fall des Falles fragen, warum die Gemeinde nichts für den Zivilschutz getan hat, als es einfach möglich war.

Bei der Veranstaltung wird es um u.a um die EHSH-Kurse gehen, die vom BBK empfohlen werden sowie um die Sicherung der Kommunikation über internet-unabhängige Funknetze.

Wer Fragen zu dem Konzept und zu den Notfall-Informationen hat, kann sich mit BeuronBerlin in Verbindung setzen.

Nachahmung wird empfohlen.

Übrigens: Für die Versorgung einer vierköpfigen Familie über zehn Tage – das ist die Empfehlung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) – braucht die schwäbische Hausfrau etwa drei Zentner (150 kg) an Vorräten.

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Wenn jemand ein relevantes lokales Anliegen hat, über das die Presse berichten soll, bitte eine E-Mail mit Namen und Kontaktdaten an hsondhof@outlook.de schicken. 

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