Tag 1.440 des russischen Angriffs: Interessiert das jemanden bei uns?

Das beherrschende Thema bei allen ukrainischen Zeitungen, die BeuronBerlin auswertet, sind die eisigen Temperaturen. Der Beschuss der Infrastruktur hatte in den letzten Tagen nachgelassen, weil US-Präsident Trump den Kriegsherrn Putin darum gebeten hatte. Aber viele haben weiterin keinen Strom und keine Wärme.

Kyiw Independent: In largest missile attack of winter, Russia targets Ukraine’s power plants amid brutal freeze

Heute Nacht gab es  mehr als 500 Drohnen- und Artillerieangriffe, vor allem auf Kyiw und Charkiw, die beiden größten Städte der Ukraine. Es war der bisher größte Luftangriff auf die Zivilbevölkerung. Er erfolgte um 2 Uhr morgens. Die meisten russischen Angriffe finden nachts statt.

In Kyiw und Charkiw verbrachten vielen Menschen die Nacht in der U-Bahn. 

Foto: Ihor Kuznietsov

Die Temperaturen sinken auf weniger als Minus 20 Grad. Das kalte Wetter wird in den nächsten Tagen anhalten.

Ukrainskaja Pravda: Зеленский: Работа переговорной группы будет скорректирована из-за нового удара РФ по энергетике (Selensky: Wir müssen unsere Verhandlungen anpassen, weil die Russen ständig unsere Energieversorgung angreifen)

Die UP meldet, dass Präsident Selensky wegen der neuen russischen Angriffe auf die zivile Infrastruktur neue Forderungen in die Friedensgespräche einbringen will.

Der ukrainische Präsident sagte in seiner täglichen Ansprache, dass diese Angriffe auf die Zivilbevölkerung bei der tiefsten Temperaturen des Jahres den geringen Friedenswillen der Russen zeigen. Die von Trump vorgeschlagene Zurückhaltung bei der Bombardierung der Infrastruktur sei nur genutzt worden, um die Bestände aufzufüllen.

Foto: Суспільне

Was genau er in den nächsten Treffen mit den russischen und US-amerikanischen Unterhändlern vorbringen will, ist nicht bekannt.

Nakopilo: росіяни зруйнували багатоповерхівку у Харкові: фоторепортаж (Die russen zerstörten ein Hochhaus in Charkiw: Fotoreportage)

Der Saltivski Rayon ist eine neue Siedlung im Osten von Charkiw. Dort wurde ein Hochhaus zerstört. Einige Menschen erlitten Verletzungen.

Foto: Nakopilo

Ungefähr 100 Menschen verloren ihr Zuhause.

Was soll man dazu schreiben? Ein „normaler“ Kriegstag, der in einer kurzen Presseübersicht kaum sinnvoll beschrieben werden kann.

Das ist Tag 3 von 7 des BeuronBerlin-Projektes. Wer sich über die Lage in der Ukraine informieren will, ist auch mit deutschen Zeitungen gut informiert. Das ist eine Erkenntnis des Blicks auf die ukrainische Presselandschaft. 

 

 

 

 

 

 

 

 

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