Schreiben ist Nachdenken. Motive über etwas zu schreiben, gibt es viele. Ihr Berichterstatter schreibt über das, was ihn interessiert. Er schreibt, weil Schreiben für ihn eine meditative Erfahrung ist. Die Zeit verfliegt. Die Welt wird verständlich.
Dieser Beitrag betrifft eine private Angelegenheit Ihres Berichterstatters. Er ist öffentlich, um zu disziplinieren. Nichts soll falsch, übertrieben oder weinerlich sein.
Aber ablenken.
Die Fakten. Gestern Morgen ein Bluttest wegen anhaltender Schwindelgefühle. Abends Anruf des Hausarztes. Sofort in die Notaufnahme wegen akuter Lebensgefahr. Noch in der Nacht Bluttransfusionen in der Klinik.
Heute Morgen in der Visite die Aussage: Gefährliche Bluterkrankung. Unklare Prognose.
Splitter
In der Notaufnahme die Ärzte und Pfleger jung und konzentriert. Außer dem Berichterstatter drei Herzinfarkte, zwei Schmerzpatienten. Einer der Herzinfarkte machte Witze und hustete dauernd.
Ein Pfleger fragte nach dem Buches im Gepäck: „Der Anfang vom Ende“ von dem russischen Exilautor Mark Andanow.
Ein Wink des Schicksals?

Foto: BeuronBerlin
Zufällig war das Buch am Vortag in der Post. BeuronBerlin-thematisch. Geschrieben 1939. Die Geschichte von Sowjetmenschen und Sowjetopfern, die sich 1934 in einem Zug von Moskau nach Paris begegnen. Episch, hart, und aktuell.
200 Seiten sind bis vier Uhr morgens gelesen. Dann Übersiedelung von der Notaufnahme in die Onkologie-Station. Dämmerzustand, ein stöhnender Zimmernachbar. Kein Schlaf.
Deutschland verzeichnet jährlich 40.000 neue Fälle von Blutkrebs. Jedes Jahr sterben daran 20.000. Das muss man zur Kenntnis nehmen.
Spaziergang
Bei der Morgenvisite heute um 10 Uhr ein junger Oberarzt. Mit seinem Vater entwickelte Ihr Berichterstatter 2004 einen online-Diabetestest. Er war ein bekannter Chefarzt. Seit fünf Jahren im verdienten Ruhestand, sagt der Sohn.
Der Oberarzt nimmt sich Zeit. Er erläutert das Vorgehen. Viele Tests, viele Diagnosegeräte, Maßnahmen beginnen, wo sich Ansatzpunkte zeigen. Aber die Emotionen lassen sich nicht vollständig unter Kontrolle halten.
Die Klinik bietet psychologische Unterstützung an.

Foto: BeuronBerlin
Das Bett wird zu eng. Ein Gang durch die Stationsgänge. Dort hängen die Zeichnungen, die in diesem Beitrag abgebildet sind.
Sie machen Mut.
10. Juni 2026, 22.22 Uhr
Jetzt sind es 25 Stunden in einem veränderten Leben. Alles bestens gelaufen. Die Familie hilft großartig. Zuversicht behalten.


Lieber Harald
Wie von etwas Unbeschreiblichem schreiben!? – das ist dir gelungen… mit einer Prise Humor, die es für uns alle leichter macht, Zuversicht zu bewahren. Danke!
Harald, .mein̈e Gedanken sind zu später Stunde bei Dir.
Ja, Schreiben ist etwas Grossartiges, ein Medikament.
Alles möge „bestens weiterlaufen“
Schreib mir, wenn Du Ablenkung brauchst.
Möge es Dir bald wieder möglich werden.die Rettung der Welt fortzusetzen.
Eike
Lieber Harald, das ist so ein Schock. Wo wir gerade erst einen gemeinsamen Freund an den Krebs verloren haben. Ich mag das nicht glauben, dass es nun Dich treffen soll. Da noch so viel Unklarheit herrscht, halte ich mich an Deinem letzten Bild mit der roten Blume fest.
In jedem Fall ist es eine schöne Idee, die Ereignisse und Deine Gedanken auf dem Blog zu teilen. Das erlaubt es auch mir weit weg in Berlin Lebendem zu verfolgen, wie es weiter geht. Setze das gerne fort.