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BeuronBerlin startet eine Karikaturen-Serie über die kommunalpolitischen Verhältnisse in Landkreis Sigmaringen. Es ist ein Beitrag zur allgemeinen Erheiterung. Für homerisches Gelächter. Zwei Ziele verfolgt BeuronBerlin mit der satirischen Zuspitzung: Zum einen sollen Missstände im Landkreis pointiert aufbereitet werden.
Zum anderen werden signierte Kleinserien zum Verkauf angeboten. Die Erlöse fließen an unsere ukrainischen Kollegen, die in dem Verteidigungskrieg gegen Russland auch für unsere Werte kämpfen.
Woher kam die Idee für das Schildbürger-Projekt?
BeuronBerlin berichtet seit 2024 als neues Medienangebot mit Sitz in der Neidinger Fallhütte über Vorgänge in der Gemeinde Beuron und im Landkreis Sigmaringen. Wir recherchieren, dokumentieren, fragen nach.
Wir lesen Verträge, vergleichen Beschlüsse, prüfen behördliche Auskünfte und konfrontieren Verantwortliche mit Widersprüchen.
Zwar steht die kommunale Berichterstattung nur für knapp ein Drittel aller Beiträge von BeuronBerlin. Aber wir wollen gerade hier „Licht ins Dunkel“ bringen, wo der Herausgeber seine Heimat hat.
Die Erfahrungen mit der lokalen Obrigkeit sind ernüchternd.
Die Landesregierung in Stuttgart redet über Medienvielfalt und organisiert dazu Angebote. Aber hier vor Ort findet man die neue Transparenz überhaupt nicht charmant.
Einfache Fragen führen oft zu keiner klaren Antwort. Und wer wie wir beharrlich nachfragt, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass vor allem für die hiesige Obrigkeit nicht die Aufklärung merkwürdiger Sachverhalte im Mittelpunkt steht, sondern die Abwehr unbequemer Fragen.

© BeuronBerlin. Karikatur KI-gestützt erstellt.
Besonders bemerkenswert erscheint uns das Verhältnis zwischen der Gemeinde Beuron und ihrer Kommunalaufsicht beim Landratsamt Sigmaringen.
Vertritt das Landratsamt die Interessen der Beuroner Bürger?
Eigentlich soll ein Landratsamt kontrollieren, ob eine Gemeinde rechtmäßig handelt. Aus unseren bisherigen Recherchen ergeben sich jedoch zunehmend Zweifel daran, ob diese Kontrollfunktion im Landkreis Sigmaringen mit der nötigen Distanz und Konsequenz wahrgenommen wird.
Zum Beispiel ist die weitere Recherche zum Beuroner Grundstücksdeal faktisch unmöglich geworden.
Das Landratsamt argumentiert plötzlich vor Gericht, BeuronBerlin habe keinen Anspruch auf die Beantwortung von Presseanfragen.
Wer wie wir seit Jahrzehnten den Niedergang der Gemeinde miterlebt hat, kommt auf den Gedanken, dass das auch an dem Personaltableau im Landkreis liegen kann.
Man kann auch Filz dazu sagen.
Ein Filz, der keine Kontrolle durch eine investigative Lokalpresse zulässt.
Wenn diejenigen, die eigentlich kontrollieren sollen, den Kontrollierten auch noch gegenüber der Presse den Rücken stärken, entsteht ein Problem.
Nicht nur für die Presse. Sondern für uns alle.
Das ist unsere Kritik. Sie verdient eine öffentliche Auseinandersetzung. Kein Gerichtsverfahren.
Was wollen wir mit der Satire erreichen?
Wir ergänzen unsere journalistische Arbeit um ein Mittel, das in der politischen Öffentlichkeit eine lange und ehrenwerte Tradition besitzt: die bissige Karikatur.
Eine Karikatur muss nicht umständlich erklären, was auf den ersten Blick erkennbar werden soll.
Sie verdichtet, überzeichnet, verspottet. Sie nimmt die Mächtigen beim Wort – und gelegentlich beim Schnurrbart.

© BeuronBerlin. Karikatur KI-gestützt erstellt.
Wo ein langer Bericht Aktenzeichen, Vertragsklauseln und Sitzungsprotokolle benötigt, kann ein einziges Bild den Kern eines politischen Widerspruchs sichtbar machen.
Dabei geht es nicht darum, Tatsachen durch Fantasie zu ersetzen. Im Gegenteil.
Die Tatsachen liefern den Stoff. Die Satire macht daraus eine Geschichte, die man nicht so schnell vergisst.
Unsere Karikaturen sind ausdrücklich keine Porträtzeichnungen. Sie sind politische Kommentare. Wer in ihnen mit tierischen Ohren, lächerlichen Insignien oder einem übertrieben selbstgefälligen Gesichtsausdruck erscheint, wird nicht zoologisch oder medizinisch beschrieben.
Er oder sie wird satirisch dargestellt.
Wir unterscheiden klar zwischen nachprüfbaren Vorgängen und ihrer zugespitzten Bewertung.
Wieso „Schildbürger“?
Da ist dem Landwirt im Beuroner Rathaus, Herrn Hans-Peter Wolf, besonders herzlich zu danken.
Durch seinen drolligen Umgang mit den Schildern für Mitfahrer-Haltestellen gab er uns eine Torvorlage, die wir natürlich nutzen.
Die historischen Schildbürger waren berühmt für ihre Engstirnigket und ihren eigenwilligen Umgang mit praktischen Aufgaben.
Hans-Peter Wolf wird auch berühmt werden.
Durch Jahrzehnte ohne Kritik und Kontrolle ist im Landkreis Sigmaringen ein Ökotop für eine skurrile, aber durchaus unangenehme Obrigkeit entstanden.
So hat unser Schildbürgermeister seinerzeit den Büttel von Saulgau in die Gemeinde geholt, als dieser seinen Job bei der Polizei satt hatte.
Und im Beuroner Gemeinderat sitzen Figuren wie aus einer anderen Zeit. Sie werden die Bühne noch betreten.
Was sind Schildbürger ohne eine Figur, zu der sie hochschauen müssen?
Bei ihnen ist das die Landrätin Nimmersatt, die Aufsichtsratsmandate sammelt, wie andere Leute Briefmarken.
Dass sie in bisher unbekannten Umfang persönlich Geld dafür erhält, hat bereits eine Recherche ausgelöst.
Eine Ämterhäufung dieser Art ist in der Privatwirtschaft verpönt. Es gibt sogar einen Verhaltenskodex zur Begrenzung der Aufsichtsratsmandate für Alphatierchen. Leider nicht beim Staat.
Überhaupt: Viel zu wenige Menschen im Landkreis wissen, dass Stefanie Bürkle zu den mächtigsten Personen im Land zählt.
Sie bestimmt nicht nur den Preis mit, den wir für Strom zahlen müssen. Sie ist auch sonst bestens vernetzt.

© BeuronBerlin. Karikatur KI-gestützt erstellt.
Zu den Rätseln des Universums gehört, warum so eine Frau alles tut, um Figuren wie den Schildbürgermeister und den Büttel von Saulgau vor Fragen zu ihrem Tun und Lassen zu schützen.
Geht die Verbindung über das Kloster Beuron? Oder über den Hochadel, dessen Einladungen zu Festen sie erhält?
Der wiederum seine Jagdtreiber vor Ungemach bewahren will?

© BeuronBerlin. Karikatur KI-gestützt erstellt.
Stefanie Bürkle lässt jedenfalls ihren Top-Juristen im Landratsamt gegen Presserechte vorgehen.
Wie hilft unsere Satire der Ukraine?
Unsere Schildbürger-Karikaturen sollen Erlöse erzielen, die unseren ukrainischen Kollegen im Krieg zufließen.
Wir planen eine limitierte, nummerierte und signierte Edition ausgewählter Motive unter dem Titel: „Das Schildbürger-Kabinett im Landkreis Sigmaringen“.
Die Bilder werden als hochwertige Drucke angeboten. Jede Ausgabe wird nummeriert und vom Herausgeber handsigniert.
Die Ukraine braucht unsere Unterstützung.
Bei allen Unzulänglichkeiten unserer kommunalen Verhältnisse dürfen wir eines nicht vergessen: Wir können in Deutschland Bürgermeister, Landräte und Behörden öffentlich kritisieren, karikieren und vor Gericht Auskünfte einklagen.
Ukrainische Journalisten leisten ihre Arbeit dagegen unter den Bedingungen eines russischen Angriffskrieges.
Sie dokumentieren Zerstörung, Korruption und politische Verantwortung, während sie zugleich um ihre eigene Sicherheit und die wirtschaftliche Existenz ihrer Redaktionen kämpfen müssen.
Die kleinen Schildbürger im Landkreis sind so zu etwas nütze. Mit ihren Geschichten unterstützen sie etwas, das höher liegt als ihr Horizont:
Die Freiheit unabhängiger Berichterstattung.
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