Was ist, wenn Du plötzlich erfährst, dass Dein Leben vielleicht bald endet? Das Leben und der Tod

Der Tag der Hiobsbotschaft fühlte sich wie zwei Wochen in einem unbekannten Universum an. Im Rückblick kann Ihr Berichterstatter darüber ein Buch schreiben, so viele neue Informationen, Eindrücke, Gefühle gibt es.

Über den Tag danach lässt sich viel weniger sagen. Der heutige, zweite Tag danach, der vermutlich die Vorentscheidung über die restliche Leben bringt, ist zu zwei Dritteln vorbei.

Meine Tochter hilft mir durch diese Stunden.

Unbekanntes

Es gibt Dinge, die man nicht wissen will. Zum Beispiel, was Bill Clinton damals mit seiner Praktikantin gemacht hat. Trotzdem drehten sich die Fragen im Untersuchungsausschuss im Detail darum.

Nur wer in dieser Zeit völlig auf Zeitungen und Nachrichtensendungen verzichtete, erfuhr das alles nicht.

Auch möchte kaum jemand wissen, wann und wie sein Leben endet. Jeder weiß, dass der Tod zum Leben gehört. Das nicht mehr Wissen darüber ist sehr angenehm, denn „was man nicht weiß, macht einen nicht heiß“.

Lebenserwartung

Der Schock, mit einer potenziell tödlichen Krankheit diagnostiziert zu werden, löst als erstes die Frage nach der Überlebenswahrscheinlichkeit aus.

So ging es jedenfalls Ihrem Berichterstatter.

Wer möchte nicht lange ohne Schmerzen mit seinen geliebten Mitmenschen leben, immer neues erleben, gutes für seine Umgebung tun?

Die Konfrontation mit Wahrscheinlichkeiten.

Ein in Deutschland geborener Mann im Alter Ihres Berichterstatters hat eine durchschnittliche Lebenserwartung von 82 Jahren.

Mit vielen chronischen Krankheiten kann man dieses Alter erreichen, etwa mit Diabetes. Aber nicht mit einer aggressiven Blutkrankheit.

Der vorzeitige Tod ist plötzlich ein Thema.

Lebensqualität

Neben der Dauer des restlichen Lebens geht es schnell um die Frage der Qualität dieses Lebens in der restlichen Zeit. Die Randszenarien: Keine Behandlung, aber noch alles unternehmen, was man bisher nicht geschafft hat.

Der Stoff von Filmen wie „The Fault in our Stars“ von John Green.

Oder mit allem, was man hat, gegen die Krankheit kämpfen. In den letzten zehn Jahren hat Ihr Berichterstatter drei seiner besten Freunde das tun sehen.

Erfolglos. Schlimmer noch: Mit unerträglichem Leiden.

Jeder Mensch muss für sich entscheiden, wie er die restliche Lebenszeit nutzen will.

Das werde auch ich.

Gutes Sterben

Es gibt Bücher, an die man sich nicht erinnert. Die aber in bestimmten Situationen da sind.

Dazu gehört für Ihren Berichterstatter „Radetzkymarsch“ von Joseph Roth. Der Tod von Jacques, dem alten Hausdiener der Familie Trotta, ist einer der ergreifendsten Momente in dem Roman.

Weil er ein aus dem Leben scheiden beschreibt, das schöner nicht sein kann.

Wenn eine kurze tödliche Krankheit irgendeinen Vorteil hat, dann ist es der: Die Zeit, sich verabschieden zu können. Von seiner Familie, seinen geliebten Mitmenschen.

Das ist für sie nicht weniger traurig als ein unerwarteter Tod. Aber das Leben schenkt allen noch einmal eine intensive Gemeinsamkeit. Die den Abschied erleichtert.

Man muss es ja nicht wie die ägyptischen Pharaonen machen, die unmittelbar nach Antritt ihrer Regierungszeit mit dem Bau einer Pyramide begannen, in der sie begraben werden wollten.

12. Juni 2026, 16.34 Uhr

In meinem elektronischen Kalender steht für heute: Keine besonderen Ereignisse.

Sehr gut.

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1 Kommentar
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Müller-Elschner, Berlin

Ich schreibe Dir jetzt, – um17.34 h.
Öieber Harald , meine Gedanken sind ganz bei Dir.Ich erlebealles, ich schrieb es bereits, ein zweites Mal.. Wie würde
Ich jetzt denken, handeln?! Ich nin mit 87 Jahren in eeiner brsseren Position..Was kann ich Dir helfend, tröstend sagen ? So, wie Du uns /mich durch Dein Schreiben teilnehmen lässt, tust Du etwas
Grosses, Gutes. Du bist Vorbild
S hreiben ist in Dei er Situation für Di h so wichtig und wertvoll. befreieend Befreie Dich weiterhin? schreib Dir etwas “ von der Seele“yEs kann Dich erleichtern ,Dir die Situaton leichter machen. DEIN EIKE

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